DEHOGA reagiert auf die Corona-Verordnung des Landes

Was Gäste ab Montag im Restaurant beachten sollten.

Hoffentlich geht die Hälfte ihrer Zeit im Restaurant (2 Stunden sind genehmigt) nicht drauf fürs Lesen und für Regularien einschließlich der Desinfektionsmaßnahmen. Und hoffentlich schmeckt das Essen trotzdem.

Stuttgart, 14.05.2020. Vom 18. Mai an dürfen die Menschen in Baden-Württemberg wieder in den Restaurants essen gehen. Die Restaurantinhaber freuen sich, nach mehr als zwei Monaten endlich wieder Gäste bei sich begrüßen zu dürfen, bei der Wiedereröffnung gelten jedoch einigen staatliche Auflagen daher. „Damit diese Regeln gut umgesetzt werden können, sind wir auf die Mitwirkung unserer Gäste angewiesen“, betont Fritz Engelhardt, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Baden-Württemberg. Die nachfolgenden Tipps des DEHOGA für Gäste sollen dabei helfen:
Bitte sehen Sie von einem Restaurantbesuch ab, wenn Sie zu einer mit SARS-CoV-2 infizierten Person innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt hatten oder Sie selbst Symptome eines Atemwegsinfekts oder erhöhte Temperatur haben.

Bitte reservieren Sie im Vorfeld Ihren Tisch, damit ihr Besuch möglichst koordiniert und reibungslos verläuft. Reservierungen für Gruppen sind nur möglich, wenn es sich um Personen aus dem Kreis der Angehörigen des eigenen, sowie eines weiteren Haushalts handelt.
Halten Sie, sofern keine Trennvorrichtung vorhanden ist, immer den Mindestabstand von 1,5 Metern zu allen Anwesenden ein.
Aus Sicherheitsgründen ist ein Tischabstand von mindestens 1,5 Metern zueinander vorgeschrieben. Achten Sie auch auf die Einhaltung des Abstandsgebotes auf den Verkehrswegen (Eingangsbereich, Treppen, Türen, und Toiletten). Bei geringeren Abständen als 1,5 Meter empfiehlt sich die Verwendung einer Mund-Nasen-Abdeckung.
Bitte nutzen Sie die von uns zur Verfügung gestellten Möglichkeiten, sich die Hände zu desinfizieren oder diese mit Seife zu waschen.
Aufgrund der Abstandsregelungen ist ein Besuch ist nur mit zugewiesenem Sitzplatz möglich, bitte halten Sie sich an die Anweisungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Das gemeinsame Sitzen mehrerer Gäste an einem Tisch (ohne 1,5 Meter Abstand) ist nur den Gästen gestattet, denen der Kontakt untereinander erlaubt ist. Das sind nur die Personen aus dem Kreis der Angehörigen des eigenen, sowie eines weiteren Haushalts. Der Begriff „Familie“ ist gleichbedeutend mit dem Begriff „Haushalt“ zu verstehen, es kommt hier nicht auf den Verwandtschaftsgrad, sondern auf das Zusammenwohnen an. Die Personenzahl bei Angehörigen eines Haushalts bzw. Familien spielt keine Rolle.
Bitte vermeiden Sie Körperkontakte und verzichten Sie daher insbesondere auf Händeschütteln und Umarmungen.
Bitte geben Sie Ihre geforderten Kontaktdaten (Name, Datum und Uhrzeit des Besuchs, sowie Kontaktmöglichkeit (z.B. Mail oder Telefon)) zur Nachverfolgung möglicher Infektionen an. Die Datenlöschung erfolgt nach 4 Wochen.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind angehalten, den Kontakt und Kommunikation mit Ihnen als Gast zur Sicherheit aller auf das Mindestmaß zu reduzieren, bitte betrachten Sie das nicht als Zeichen der Geringschätzung.

Bitte nutzen Sie die Möglichkeit der bargeldlosen Bezahlung, am besten tischweise. Falls Sie bar zahlen nutzen Sie bitte die hierfür vorgesehene Vorrichtung bzw. Ablagefläche.

DEHOGA-Vorsitzender Fritz Engelhardt betont, dass die Gastronomie im Land dem Gesundheitsschutz von Gästen und Mitarbeitern höchste Priorität einräumt. „Unsere Branche nimmt die Hygienemaßnahmen ernst. Wir tun alles, damit die Wiedereröffnung unter den gegebenen Bedingungen optimal verläuft.“ Konkret gelten für die Betriebe der Speisegastronomie, die am 18. Mai wieder öffnen dürfen, folgende Regeln:
Sie sorgen im Gästebereich für eine angemessene und regelmäßige Reinigung der Flächen und Gegenstände (Tischflächen, Armlehnen, Türgriffe etc.) une desinifizieren häufig berührte Arbeitsgeräte (Zapfhahn, Theke, Tastaturen etc.) regelmäßig.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Möglichkeit der Handdesinfektion oder des Händewaschens, außerdem wurden sie zu den geänderten Arbeitsabläufen und Sicherheitsmaßnahmen geschult.
Die Beschäftigten der Branche werden mit Mund-Nasen- Abdeckungen ausgestattet, damit diese im Gästebereich genutzt werden können, sofern andere Schutzmaßnahmen eingebaut wurden.

Die Gasträume werden regelmäßig durchgelüftet. Hinweisschilder und Kennzeichnungen in den Gasträumen helfen bei der optimalen Umsetzung der Hygienemaßnahmen. Entsprechende Vorlagen stellt der DEHOGA seinen Mitgliedern kostenlos zum Download bereit. Die Pressemitteilung steht hier in PDF-Form zum Download zur Verfügung:

Und hier die offizielle Verordnung des Landes Baden-Württemberg zur Eindämmung von Übertragungen des Corona-Virus (SARS-CoV-2) in Gaststätten (Corona-Verordnung Gaststätten – CoronaVO Gaststätten) Vom 10. Mai 2020

Auf Grund von § 32 Sätze 1 und 2 und § 28 Absatz 1 Sätze 1 und 2 des Infektionsschutzgesetzes vom 20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 27. März 2020 (BGBl. I S. 587) geändert worden ist, in Verbindung mit § 4 Absatz 5 der Corona-Verordnung (CoronaVO) vom 9. Mai 2020 (notverkündet gemäß § 4 des Verkündungsgesetzes und abrufbar unter https://www.baden-wuerttemberg.de/corona-verordnung) wird verordnet:


§ 1
Anwendungsbereich

Diese Verordnung gilt für Speisewirtschaften im Sinne des § 4 Absatz 2 Nummer 2 CoronaVO sowie deren Gäste, unbeschadet der sich aus sonstigen Rechtsvorschriften ergebenden weitergehenden Verpflichtungen.

§ 2
Allgemeine Schutzmaßnahmen

(1) Beschäftigte und Gäste,

die in Kontakt zu einer mit SARS-CoV-2 infizierten Person stehen oder standen, wenn seit dem letzten Kontakt noch nicht 14 Tage vergangen sind, oder

die Symptome eines Atemwegsinfekts oder erhöhte Temperatur aufweisen, dürfen die Gaststätte nicht betreten.
(2) Durch Aushang außerhalb der Gaststätte, sind die die Gäste betreffenden Vorgaben, die in der Gaststätte gelten, insbesondere Abstandsregelungen, Hygienevorgaben und eine vom Betreiber vorgesehene Reservierung, prägnant und übersichtlich darzustellen, gegebenenfalls unter Verwendung von Piktogrammen.
(3) Zu Zwecken der Kontaktnachverfolgung erheben und verarbeiten Betreiber mit Einverständnis der Gäste folgende Daten:

Name des Gastes,

Datum und Uhrzeit des Besuchs, und

Kontaktdaten, beispielsweise E-Mail-Adresse oder Telefonnummer.
Die Daten sind vom Betreiber vier Wochen nach Erhebung zu löschen.

§ 3
Abstandsregelungen

(1) Wo immer möglich, ist ein Abstand zu allen Anwesenden von mindestens 1,5 Metern einzuhalten, soweit die CoronaVO nichts anderes zulässt. Die Gäste sind hierüber vor Betreten der Gaststätte zu informieren.
(2) Körperkontakt, insbesondere Händeschütteln und Umarmen, ist zu vermeiden.

(3) Tische sind im Abstand von mindestens 1,5 Metern zueinander anzuordnen und ausreichende Schutzabstände bei der Nutzung von Verkehrswegen, insbesondere Treppen, Türen, Aufzüge und Sanitärräumen, sind sicherzustellen.

(4) Gästen muss ein Sitzplatz, beispielsweise auf Stühlen oder Hockern, zugewiesen werden.

(5) Der Kontakt und die Kommunikation der Beschäftigten mit den Gästen ist bei der Bedienung auf ein notwendiges Mindestmaß zu beschränken. Soweit räumlich möglich, sollen seitens der Beschäftigten Servierwagen benutzt werden.

§ 4

Hygiene und Desinfektion

(1) Allgemeine Hygieneregeln sind in besonderem Maße zu beachten.

(2) Vor Betreten der Gaststätte sind die Gäste über Reinigungsmöglichkeiten der Hände unter Bereitstellen von Desinfektionsmöglichkeiten oder Handwaschgelegenheiten mit Seife und fließendem Wasser zu informieren und auf die Verpflichtung zur Nutzung hinzuweisen.

(3) Flächen und Gegenstände im Gästebereich, insbesondere Tischflächen, Armlehnen, Türgriffe und Lichtschalter, sind nach Verschmutzung sofort, bei häufiger Berührung regelmäßig, in festgelegten Zeitabständen, angemessen zu reinigen.

(4) Die persönliche Hygiene der Beschäftigten ist durch die Möglichkeit zur Handdesinfektion oder zum Händewaschen am Arbeitsplatz und Desinfektion der notwendigerweise häufig berührten Arbeitsgeräte, insbesondere Tastatur, Touchbildschirm, Zapfhahn, Theken und Servierwagen, sicherzustellen.

(5) Die Arbeitgeber haben den Beschäftigten für den gesamten Arbeitstag nichtmedizinische Alltagsmasken oder vergleichbare Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) in ausreichender Anzahl bereitzustellen.

(6) Beschäftigte haben in allen Räumen der Gaststätte mit Gästekontakt eine MNB zu tragen, wenn dies nicht aus medizinischen Gründen oder aus sonstigen zwingenden Gründen unzumutbar ist oder wenn nicht ein anderweitiger mindestens gleichwertiger baulicher Schutz besteht. Außerhalb der Räume der Gaststätte mit Gästekontakt wird das Tragen einer MNB bei Vorliegen besonderer gesundheitlicher Risiken bei engem Kontakt zu den Arbeitskolleginnen und -kollegen empfohlen.

(7) Die Pflicht zum Tragen von Schutzhandschuhen mit Blick auf den Arbeitsschutz und aufgrund einer Gefährdungsbeurteilung oder der Anwendung eines Hautschutzplanes bleibt unberührt.

(8) Das von den Gästen benutzte Geschirr und Besteck ist mit einem tensidhaltigen Reinigungsmittel und einer Temperatur von mindestens 60 Grad Celsius zu spülen.

(9) Alle gegebenen Möglichkeiten der Durchlüftung aller Räumlichkeiten, die dem Aufenthalt von Gästen dienen, sind zu nutzen.

§ 5

Zahlungsabwicklung

Die Bezahlung soll nach Möglichkeit ohne Bargeld erfolgen. Auf die bargeldlose Zahlungsmöglichkeit soll hingewiesen werden. Bei Barzahlung hat die Geldübergabe über eine hierfür geeignete Vorrichtung oder Ablagefläche zu erfolgen, um einen direkten Kontakt zwischen den Beschäftigten und den Gästen zu vermeiden.

§ 6

Weitere Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten

(1) Die Infektionsgefährdung der Beschäftigten ist unter Berücksichtigung der Bedingungen am Arbeitsplatz zu minimieren. Hierbei ist gegebenenfalls ein Schichtbetrieb mit festen Teams einzurichten. Soweit möglich sollen Parkplätze für Beschäftigte bereitgestellt werden, um die Benutzung des öffentlichen Personennahverkehrs zu vermeiden.

(2) Beschäftigte sind umfassend zu informieren und zu schulen, insbesondere mit Hinweis auf die durch die SARS-CoV-2-Pandemie bedingten Änderungen der Arbeitsabläufe und Vorgaben. Auf die Beteiligung des Betriebsratsrats gemäß Betriebsverfassungsgesetz ist zu achten.

(3) Beschäftigte, bei denen die Behandlung einer Erkrankung mit COVID-19 aufgrund persönlicher Voraussetzungen nicht oder eingeschränkt möglich ist, sowie Beschäftigte mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf einer Erkrankung mit COVID-19 dürfen nicht für Tätigkeiten mit vermehrtem Personenkontakt und für Tätigkeiten eingesetzt werden, bei denen der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

(4) Die arbeitsschutzrechtlichen Verpflichtungen des Arbeitgebers, insbesondere nach §§ 3 bis 5 des Arbeitsschutzgesetzes, und die Pflicht, Gefährdungsbeurteilungen im Hinblick auf neu hinzukommende Gefährdungen zu ergänzen, bleiben unberührt.

§ 7

Inkrafttreten, Außerkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 18. Mai 2020 in Kraft. Sie tritt mit Ablauf des Tages außer Kraft, an dem die Corona-Verordnung außer Kraft tritt.

Stuttgart, den 10. Mai 2020

Lucha Dr. Hoffmeister-Kraut